Stuttgart, 19.3.2018. Rund fünf Jahre lang soll die A81 zwischen den Anschlussstellen Böblingen-Hulb und Sindelfingen-Ost ab auf einer Länge von gut sieben Kilometern ausgebaut werden. Im für Ende 2020 anvisierten  Baubeginn sieht der Böblinger Landtagsabgeordnete Paul Nemeth unnötig verschenkte Zeit. Er spricht sich für einen Baustart bereits Ende 2019 aus. Mögliche Bauverzögerungen durch ausgehende Finanzmittel befürchtet Verkehrsminister Winfried  Hermann nicht. Das ergab eine Anfrage Nemeths an das Verkehrsministerium.

Es wird in den nächsten Jahren in Baden-Württemberg eines der größten Bauprojekte sein: Der Ausbau der Autobahn A81 zwischen den Anschlussstellen Böblingen-Hulb und Sindelfingen-Ost auf dann sechs Spuren. Zusätzlich soll aktuellen Planungen zur Folge auf der 7,1 Kilometer langen Ausbaustrecke ein Standstreifen entstehen, der bei Bedarf  in beiden Richtungen als vierte Fahrspur genutzt werden kann. Eine zentrale Maßnahme bildet zudem ein über 800 Meter langer Lärmschutzdeckel.

Weil es in Sachen Baubeginn und Baudauer in letzter Zeit oft unpräzise Aussagen gab, hat der Böblinger CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth jetzt eine kleine Anfrage an Verkehrsminister Winfried Herman gestellt. Das Ziel: Mehr Licht ins Dunkel zu bekommen. „Es ist vorgesehen, den Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der A81 zwischen den Anschlussstellen Böblingen-Hulb und Sindelfingen-Ost im Sommer 2018 zu erlassen“, gibt das Ministerium für Verkehr auf Anfrage Nemeths Auskunft.

Auf Anfrage Paul Nemeths gab das Verkehrsministerium zudem Auskunft darüber, wann an der A81 die Bagger anrollen. Demnach soll mit dem Bauvorhaben „Ende 2020 begonnen werden“. Vorausgesetzt, gegen den zu erlassenden Planfeststellungsbeschluss werden keine Klagen eingereicht. Nach dem Stand der heutigen Planung geht man im Verkehrsministerium um Minister Herrmann dann  „von einer Bauzeit von rund fünf Jahren“ aus. Ob die bereits 2012 ermittelte Höhe der Kosten von rund 226 Millionen Euro gehalten werden kann, ließe sich erst nach dem Planfeststellungsbeschluss im Zusammenhang mit der Ausführungsplanung sagen, heißt es von Seiten des Verkehrsministeriums.

„Der Planfeststellungsbeschluss soll im Sommer dieses Jahres da sein. Aus meiner Sicht sollte man dann mit dem Ausbau der A81 nicht bis Herbst 2020 warten, sondern schon Ende 2019 damit beginnen“, lautet die klare Aussage Paul Nemeths für einen früheren Baubeginn.  Auch der Böblinger Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz spricht sich für einen zügigen Start der Bauarbeiten aus: „Die Entlastung der angespannten Verkehrssituation im Wahlkreis Böblingen ist gerade auch für unsere heimische Wirtschaft wichtig, da durch den stehenden Verkehr Einbußen entstehen. Ein schneller Beginn und eine rasche Umsetzung des Ausbaus der A 81 ist für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Landkreis Böblingen von großer Bedeutung“, so Biadacz.

Die Nachfrage Nemeths, ob es auf Grund unzureichender Finanzmittel beim Ausbau der A81 zu Verzögerungen im Bauverlauf kommen könnte, beantwortet der Verkehrsminister mit einem Nein. „Derzeit gibt es aus Sicht des Landes keinen Anlass zur Befürchtung, dass es bei Baubeginn oder während des Bau zu einem Finanzierungsengpass kommen könnte. Der Bund hat bisher stets signalisiert, dass er im Rahmen seines Investitionshochlaufs ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen wird“, so Winfried Hermann in der Antwort auf die kleine Anfrage.