Volles Haus hieß es beim Oktoberfest des CDU Stadtverbands, Sindelfingen auf dem Sindelfinger Marktplatz. Zu den Klängen der Musikkapelle Maichingen eröffnete der Sindelfinger CDU Vorsitzende Thomas Riesch kurz nach zehn Uhr morgens die Hocketse im gut besuchten Festzelt. Bei roten Würsten und Zwiebelkuchen konnten es sich die Gäste gutgehen lassen.

Punkt elf Uhr konnte der Hauptredner der Veranstaltung, der CDU Landtagsfraktionschef Peter Hauk MdL, vom CDU Stadtverbandsvorsitzenden Thomas Riesch und dem CDU Landtagsangeordneten Paul Nemeth begrüßt werden. Hauk ließ es sich nicht nehmen, vor seiner Rede zahlreiche Bürgerinnen und Bürger persönlich mit Handschlag zu begrüßen. Musikalisches Können und Führungsstärke bewies er als „Gastdirigent“ der Musikkapelle Maichingen.

 In seiner Ansprache fand Hauk klare Worte zu Stuttgart 21. „Stuttgart 21 ist das Zukunftsprojekt für unser Land. Leistungsfähige Fern- Regional- und Nahverkehrsverbindungen sind die Lebensadern für die Wirtschaft in der hochverdichteten Region Stuttgart und in ganz Baden-Württemberg.“  Im Zuge des Planfeststellungsverfahrens seien sämtliche denkbaren Alternativen zum neuen Tiefbahnhof geprüft worden. „Das Ergebnis war eindeutig: Es gibt keine ernsthaften Alternativen zur derzeitigen Planung. K 21 ist eine Scheinalternative.“ Die Ertüchtigung des Kopfbahnhofs würde neue oberirdische Trassen durch Wohngebiete in Bad Canstatt, den Schlosspark und das Neckartal bedeuten. Dies sei den betroffenen Anwohnern nicht zumutbar.

„Das Projekt Stuttgart 21 wurde über 15 Jahre lang diskutiert und ist von allen Gremien – vom Stuttgarter Gemeinderat bis  hin zum Europäischen Parlament mit satten Mehrheiten beschlossen worden“ so Hauk. Auch gerichtlich sei abschließend geklärt, dass die Bahn ein Baurecht habe. Deswegen gelte es, bei Stuttgart 21 nicht nur das wichtige Zukunftsprojekt, sondern auch den Rechtsstaat zu verteidigen. Im Zuge der Schlichtung unter Heiner Geißler gelte es, Stuttgart 21 den Menschen noch besser zu erklären und vor allem noch Unentschlossene für das Projekt zu gewinnen. „Die Linie ist klar: Die CDU steht für Fortschritt und Zukunft für unser Land. Die Grünen stehen für eine Verhinderungspolitik und eine Gesellschaft des Dagegenseins. Das müssen wir den Menschen im Land deutlich machen!“ Die CDU stehe für 57 erfolgreiche Regierungsjahre in Baden-Württemberg. Ob beim Vergleich der Wirtschaftskraft, beim Bildungsvergleich oder beim Vergleich der Arbeitslosenzahlen: Überall nehme Baden-Württemberg im Ländervergleich Spitzenpositionen ein. „Das hat viel mit dem Fleiß der Menschen aber auch etwas mit guter Landespolitik zu tun. Wir dürfen uns unsere Erfolge nicht kleinreden lassen“ so der CDU Fraktionsvorsitzende.

Der CDU Landtagsabgeordnete und energiepolitische Sprecher der CDU- Landtagsfraktion, Paul Nemeth, rief in seinem Grußwort dazu auf, die CDU Politik für Baden-Württemberg zu unterstützen. „Nur mit der CDU an der Regierung wird unser Land die Probleme der Zukunft meistern können. Wir stehen für Fortschritt, Innovation, Bildung und Wirtschaftsfreundlichkeit. Nur wer die CDU wählt, kann sicher sein, dass er seine Stimme für Stuttgart 21 und den Ausbau unserer Verkehrsinfrastruktur gibt“ so der Abgeordnete.

Beim Oktoberfest mitgefeiert haben auch Sindelfingens OB Dr. Bernd Vöhringer, der CDU Kreisvorsitzende Wolfgang Heubach, der Sindelfinger CDU Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Walter  Arnold sowie zahlreiche Gäste aus dem ganzen Kreis Böblingen.

Auch wenn bei der „Sindelfinger Runde“ der CDU die Verkehrsinfrastrukturprojekte rund um Sindelfingen im Mittelpunkt standen – am Thema Stuttgart 21 kam auch Regierungspräsident Johannes Schmalzl nicht vorbei, dessen Behörde als Anhörungsbehörde im Planfeststellungsverfahren für S 21 aktiv beteiligt war. Den zahlreichen Gästen im Parkrestaurant machte der Vertreter der Landesregierung im Regierungsbezirk Stuttgart deutlich, dass es für die jetzt bekämpften Abschnitte bestands- und rechtskräftige Planfeststellungen durch seine Behörde gäbe, die alle Aspekte abgewogen habe - und deren Arbeit vor allen Gerichten standhielt. Den Kreis Böblingen bringe S21 auf jeden Fall einem ICE-Halt in Böblingen näher - auch wenn der eine Entscheidung der Politik und der Bahn sei.

Auch sonst profitiere der Kreis Böblingen von den vom Regierungspräsidium zu verantwortenden Infrastrukturmaßnahmen besonders. 43 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes flössen derzeit in den Ausbau der A81 zwischen Gärtringen und Böblingen-Hulb. „Um die Jahreswende werden wir mit dem Bau des sieben Kilometern langen Abschnitts beginnen“ so Schmalzl. In 22 Monaten sollen 120000 Kubikmeter Erde bewegt und 45000 Quadratmeter Asphalt aufgebracht und 5500 Quadratmeter Lärmschutz angebracht werden.  Um eine zügige Fertigstellung und geringe Verkehrsbeeinträchtigungen zu gewährleisten, würde auch samstags gearbeitet.

Der Sindelfinger CDU Stadtverbandsvorsitzende Thomas Riesch betonte die besondere Bedeutung des weiteren Ausbaus der A 81 zwischen Böblingen Hulb und Sindelfingen Ost. „Beide Städte haben mit Erfolg für einen Ausbau mit Überdeckelung gekämpft. Jetzt gilt es, schnellst möglich an die Planungen und die Umsetzung zu gehen. Die Wirtschaft und die Bürger werden zu Recht ungeduldig.“ so Riesch. Regierungspräsident Schmalzl sagte zu, dass er das Planfeststellungsverfahren für diesen regionalbedeutsamen Engpass im Straßennetz rund um Stuttgart bis 2013 fertig haben wolle. Dass sich an der Länge der Überdeckelung von 850 Metern noch etwas ändern wird, schloss er aber kategorisch aus. Trotz der Sympathie für die Bürgerinitiative: "Wir hätten auch nur mit Lärmschutzwänden bauen können". Die "850 Meter sind gesetzt, da ist das Maximum erreicht", verwies er auf das Angebot des Bundes von 400 Metern.

Beim Thema B464 Sindelfingen Renningen zeigte sich der Regierungspräsident  optimistisch, sämtliche Bauabschnitte der Bundesstraße bis Renningen bis 2012 abgeschlossen zu haben. Beim 44-Millionen-Euro-Projekt seien  die Brücken so gebaut, dass die Straße auf vier Spuren erweitert werden könne.

Bereits 2014 solle Verkehrsfreigabe des Darmsheimer Tunnels für die dringend benötigte Nordumfahrung erfolgen. „Ab Sommer 2011 soll mit dem Sprengvortrieb begonnen werden“ so Schmalzl.  Hier würden 26,4 Millionen Euro verbaut. Die exzellente Zusammenarbeit mit der Stadt Sindelfingen beim Thema Nordumfahrung Darmsheim hob der Regierungspräsident besonders hervor. Schließlich sei die Stadt mit der Planung in Vorleistung getreten, sodass diese rechtzeitig fertig gewesen sei, als das Land ein Zusatzprogramm für den Ausbau der Landesstraßen  aufgelegt habe.

füllt sich langsam